Corona – Was hat es mit uns gemacht?

CovidSeit mehr als einem Jahr nervt uns dieses heimtückische Virus mit der runden Form samt Stacheln, auf denen leine Kügelchen sitzen und das viele Menschen im Schlaf verfolgt. Wir sehen seit nun mehr als einem Jahr teilweise schreckliche Bilder von Intensivstationen und insbesondere Krankenhausmitarbeiter, Ärzten und Pflegepersonal, dass sich oft bis zur Erschöpfung um die Intensivpatienten bemüht.

Was mussten wir in den vergangenen Monaten alles für neue Begriffe und Worte dazulernen?

Da berichten Virologen, Immunologen, Epidemiologen vom RKI, die STIKO und der Ethikrat und geben den Politikern Ratschläge. Man wartet auf Entscheidungen der EMA über Zulassung des einen oder anderen Vakzin. Nicht zuletzt schauen wir täglich auf die Inzidenzen für das jeweilige Bundesland, für den Landkreis oder für die Stadt.

Letztendlich hängt davon ab, ob wir „Hausarrest“ (Lockdown sagen Politiker, zu Deutsch sagt man: Ausgangssperre!) verordnet bekommen oder ob wir mit „click and meet“ (per Mausklick Termin vereinbaren an dem, an dem man exklusiv in ein Geschäft gehen kann) oder „click and collect“ (per Mausklick bestellen und abholen) in Bekleidungsgeschäften, Baumärkten oder anderen Geschäften einkaufen können.

Man erwartet von uns, dass jeder einen PC besitzt und diesen auch, egal welcher Altersgruppe man zugeordnet ist, perfekt bedienen kann. Testtermine und Impftermine macht man Online (denken die Politiker). Wer das Ganze per Telefon versucht, hat sich vom vielen Wählen die Finger verstaucht oder hat einen Hörschaden von der Musik oder den Ansagen der Warteschleife.

Wir müssen die ganzen Ansagen der Politikerinnen und Politiker sowie der vielen „..logen“ größtenteils als Laien verarbeiten. Wir müssen herausfinden, zu welcher Priorisierungs- oder Altersgruppe wir wegen des Impftermins gehören. So kann man tristen Tage ausfüllen.

Ich möchte aber auch kurz klar zum Ausdruck bringen, dass ich keinen Verantwortlichen, Politiker oder Arzt beneide. Da es bis jetzt kein Handbuch gibt, wie man so eine Pandemie beherrscht, werden auch Fehler gemacht und die muss man verzeihen. Wir haben aber auch gelernt, dass man Besprechungen als ViKos (Video-Konferenzen) durchführen kann und muss – ob einem das past oder nicht … und es geht! Nicht zu vergessen: Ohne FFP2-Maske fühlen wir uns ja mittlerweile nicht mehr vollständig bekleidet.

Von Glück können diejenigen reden, die bis jetzt ohne Corona Erkrankung durchgekommen sind, die keine Angehörigen oder Freunde durch das heimtückische Virus verloren haben und die womöglich bereits die zweite Impfung erhalten haben. Was die Pandemie mit unseren Kindern und Enkeln gemacht hat, ist schrecklich, und den verlorenen Lernstoff wird diese Generation vermutlich auch nicht mehr nachholen.

Viel Familien hat die verordnete Besuchssperre schwer getroffen, dass man die Kinder oder Enkelkinder nicht in den Arm nehmen durfte.

Richten wir aber lieber den Blick nach vorne, der Hoffnung dass jetzt schnell die erforderlichen Impfstoffmengen kommen, dass alle, auch unsere Kinder und Enkel zeitnah eine Impfung erhalten. Und dass dann auch unsere Urlaubssehnsüchte in Erfüllung gehen können und dass unser Vereinsleben wieder in normale Bahnen kommt

Vergessen werden wir die zurückliegenden Monate sicherlich nicht.

 

Gerhard Steinhilber
Bezirksverband Oberschwaben der Gartenfreunde

 

Quelle: Gartenfreund Ausgabe Nr. 8/2021